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Rührreibschweißen – gemacht für die Zukunft der Mobilität
Entscheidend beim Zukunftsthema E-Mobility sind nicht nur die Reichweite und Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge, sondern auch die ökonomische Produktion innovativer neuer Fahrzeugkonzepte.
Rührreibschwei?en für die Elektromobilit?t
Mit seinem Prozess-Know-how beim Rührreibschwei?en ist KUKA hier zum wichtigen Partner für die Automobilindustrie geworden. Denn dank dieser Technologie kann sowohl das W?rmemanagement für Batterien optimiert werden als auch die komplex gestaltete Struktur der Speichergeh?use wirtschaftlich umgesetzt werden.
E-Autos brauchen eine ?Wohlfühltemperatur“ – zumindest ihre Batterien. Denn nur wenn sie richtig temperiert sind, bringen sie die optimale Leistung und erreichen die maximale Lebensdauer. Die Batterien müssen daher w?hrend des Betriebs gekühlt und bei niedriger Umgebungstemperatur erw?rmt werden. In der Regel passiert das – insbesondere bei Hybridfahrzeugen – mithilfe von Kühlsystemen, die in den Boden der Batterietr?ger integriert sind. Die Fertigung dieser Geh?use ist ?u?erst diffizil. Dank der langj?hrigen Erfahrungen im Rührreibschwei?verfahren bringt KUKA hier wichtiges Know-how mit ein.
Das Kühlsystem der Hybridfahrzeuge wird durch das Verschwei?en eines Bodenbleches mit dem Gussgeh?use geschlossen. Dabei muss ein druckdichter Kreislauf entstehen, der dem Wechseldruck standh?lt. Dazu werden ein gro?er Anbindungsquerschnitt und eine gut vermischte und verdichtete Naht ben?tigt. Die Komponenten dürfen sich dabei durch den W?rmeeintrag m?glichst nur gering verziehen. Als geeignete Fügetechnologie hat sich das Rührreibschwei?en bew?hrt.
Schweißen mit der grünen Technologie
Das Verfahren eignet sich besonders bei qualitativ hochwertigen Fügeprozessen mit verschiedenen Aluminiumlegierungen und anderen Nichteisen-Metallen mit niedriger Schmelztemperatur. Beim Rührreibschwei?en wird ein rotierendes Werkzeug im Verbindungsbereich der Werkstücke entlanggeführt, wodurch Reibungsw?rme zwischen den fest eingespannten Fügepartnern entsteht – eine robustere und belastbarere Verbindung als mit herk?mmlichen Verfahren. Die Schwei?n?hte werden, je nach Bauteildesign, als M?ander oder Stichn?hte als überlappschwei?naht realisiert.
Beispiel einer Mäandernaht
Zusätzlicher Vorteil: Das Verfahren ist emissionsarm, der Energieverbrauch gering. Eine Vorbehandlung der zu fügenden Bauteile ist nicht nötig. Das Rührreibschweißen wird daher auch als grüne Technologie bezeichnet.
Rührreibschweißzelle für Batteriegehäuse
Prozess-Know-how in der Fügetechnik
Nicht nur bei den Kühlsystemen der Hybridfahrzeuge, sondern auch bei der Fertigung der Speichergehäuse in reinen E-Autos kommt diese Technologie vermehrt zum Einsatz. Hier nimmt das Gehäuse einen großen Bereich des Unterbodens ein und befindet sich in der Regel zwischen den Achsen. Einige Hersteller montieren die Speichergehäuse bislang separat. Neuere Konzepte beinhalten dagegen Strukturkomponenten, in die das Speichergehäuse des Fahrzeugs eingebunden wird. Diese Strukturen müssen dafür extrem steif sein. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Rahmenprofile mit Querstreben, die mit einer Bodenplatte aus einem Aluminiumblech verschweißt werden, oder eine Bodenplatte aus zusammengeschweißten doppelwandigen Strangpressprofilen.
Bei der Anbindung der Front- und Heckbereiche an das Speichergehäuse werden vereinzelt bereits Druckgussbauteile aus Aluminium eingesetzt – was hohe Anforderungen an die Fügetechnik bei den Speichergehäusen voraussetzt. Und hier kommt wieder KUKA mit seinem Prozess-Know-how ins Spiel. Denn ideal bei diesen Anforderungen ist das Rührreibschweißen. Bei der Gestaltung der Bauteile und Fertigungseinrichtungen müssen allerdings einige Besonderheiten, wie die hohe Prozesskraft und überbrückbare Spaltmaße beachtet werden.
Rührreibschweißen mit fester Schulter
Um die komplexen Nähte bei Speicher- und Elektronikgehäusen zu realisieren, baut KUKA insbesondere für die Belange der Automobilindustrie auf das Rührreibschweißen mit fester Schulter (Stationary Shoulder Friction Stir Welding, SSFSW). Dabei rotiert, anders wie beim klassischen Rührreibschweißen nur der Schweißstift in einer stationären Schulter. Durch die feste Schulter entsteht während der Vorschubbewegung entlang der Schweißnaht eine ebene, glatte Nahtoberfläche. Das wiederum reduziert den Aufwand für die Nachbearbeitung.
Roboterbasierte Rührreibschweißlösung
Prozesskontroll- und Dokumentationssystem
Experten sind sich sicher: Mit der wachsenden Bedeutung der Elektromobilit?t wird in den n?chsten Jahren auch das Marktpotenzial für Fertigungsanlagen mit Rührreibschwei?verfahren steigen. KUKA erm?glicht es der Automobilindustrie, dieses Fügeverfahren ?konomisch sinnvoll in den Produktionsprozess zu integrieren. Gleichzeitig k?nnen die Kunden alle wesentlichen Prozessparameter nachverfolgen und Qualit?tsdaten transparent erfassen lassen. Hier hat KUKA mit einem Prozesskontroll- und Dokumentationssystem (PCD) eine Basis für die Integration von Industrie 4.0 geschaffen.