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        THE NEW RAW – so hei?t das Forschungs- und Designstudio eines Architektenduos im niederl?ndischen Rotterdam.

        Designermöbel vom reisenden Recycling-Roboter

        THE NEW RAW – so heißt das Forschungs- und Designstudio eines Architektenduos im niederländischen Rotterdam. Seit 2015 transformiert das Team mithilfe von KUKA Robotern Plastikmüll in Möbel und andere Gegenstände. Damit haben es die Partner geschafft, Design, Technologie und Umweltschutz zu vereinen.


        Ulrike G?tz
        25. J?nner 2022
        Imagine
        Lesezeit: 3 Min.

        Plastikabfall in der Stadt, am Strand und sogar im Ozean – das ist leider schon lange Normalität. Mit dem Ziel, Umweltverschmutzung zu reduzieren und aus Müll Neues entstehen zu lassen, haben der Architekt Panos Sakkas und die Architektin Foteini Setaki aus Griechenland im Jahr 2015 THE NEW RAW ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: einen bekannten Rohstoff neu zu verwerten und damit den Lebenszyklus zu verlängern. Gemeinsam hat das Duo zwei gebraucht erworbene Industrieroboter von KUKA so umgebaut, dass sie nun Möbel wie Parkbänke, Strandliegen und andere Objekte in 3D drucken können.

        Foteini Setaki und Panos Sakkas mit KUKA Roboter und ?Pots plus“-Element. Copyright: Stefanos Tsakiris

        Der gesammelte Plastikabfall wird erhitzt und dann als flüssiger Kunststoff in eine neue Form gebracht.


        Abfall als eine wertvolle Quelle für neue Produkte zu sehen, ist die Essenz von dem, was wir tun.

        Foteini Setaki

        Das acht- bis zehnk?pfige Team des Designstudios arbeitet aktuell aufgeteilt auf die zwei Standorte Athen und Rotterdam und zieht für Au?enprojekte quer durch Europa. Zum Glück eignen sich die Roboter, verbunden mit einem Extruder, auch als mobile ?Reiseeinheit“.

        Design und Umweltschutz in einem

        Nachhaltigkeit spielt in dem Konzept von THE NEW RAW eine ganz besondere Rolle. „Wir glauben, das ist die Zukunft“, sagt Panos Sakkas. Ein Beispiel: Allein für die Strandmöbel-Serie „The Elements“ hat THE NEW RAW 720 Kilogramm Plastikmüll aus dem Meer mit zusätzlichen 20 Prozent anderem Kunststoff in Strandliegen, Umkleidekabinen und Stege transformiert. Diese 3D-Druck-Möbel verschönerten später fünf griechische Strände. Am Ende des Projekts „haben wir es geschafft, eine Balance zwischen Design und Technologie zu erreichen und dann auch noch einen messbaren Beitrag für die Umwelt zu leisten“, so Foteini Setaki. „Darauf sind wir am meisten stolz.“

        Jedes Stück der Strandmöbel-Serie ?The Elements“ besteht zu 90 Prozent aus recyceltem Plastik aus dem Meer. Copyright: TheNewRaw

        3D-Printaktionen sollen etwas an die Gemeinschaft zurückgeben

        Auch in Amsterdam und Thessaloniki hinterließ THE NEW RAW bemerkenswerte Spuren. Die beiden Architekten gründeten das Forschungsprojekt „Print Your City“, das mit Kooperationspartnern wie Städten und Unternehmen Aktionen realisiert und an denen die Bevölkerung aktiv teilhaben kann. Die Idee, dass jeder die eigene Kreativität mit einbringen kann, hat bisher sehr positive Resonanzen hervorgerufen. Bei dieser Art von Projekten liegt der Fokus ganz klar auf der Gemeinschaft: Die Teilnehmenden geben ihr Feedback dazu, wo die neue Parkbank platziert werden sollte und wie sie noch verbessert werden kann, zum Beispiel durch die Erweiterung um einen Pflanzkübel oder Fahrradständer. Üblicherweise werden die Möbelelemente auf öffentlich zugänglichen Plätzen oder in Parks integriert. „Die Menschen sind stolz auf das, was sie erschaffen haben“, erklärt Foteini Setaki.

        Das Projekt ?Print Your City“ in Thessaloniki hinterließ Spuren wie diese: Die ?Pots plus“ wurden aus recyceltem Plastikmüll der Stadt gedruckt und dienen als Sitzmöbel und Pflanzkübel gleichzeitig. Copyright. Stefanos Tsakiris

        Gro?e Freiheit durch die Arbeit mit Robotern

        Die Umsetzung der Idee hinter THE NEW RAW gelingt insbesondere durch die Arbeit mit KUKA Robotern, hebt die Architektin hervor. „Wir reisen mit Roboter-Einheiten mit ausreichender Reichweite und niedrigem Energiebedarf“, ergänzt sie. Die hohe Zuverlässigkeit der Maschinen verhindert nicht nur unvorhergesehene technische Probleme, sondern bietet darüber hinaus auch große kreative Freiheit.

        Ein reisender KUKA Roboter bei der Arbeit: Hier entsteht ein Design-Möbelstück von THE NEW RAW im Rahmen des Projekts ?Print your City“ im griechischen Thessaloniki. Copyright: Stefanos Tsakiris

        „Wir können drucken, was auch immer uns in den Sinn kommt“, erzählt Foteini Setaki begeistert. „Manchmal ist es eher schwierig, die Grenzen dieser Technologie auszuloten, weil wir so viele Möglichkeiten haben.“ Die Produktionsdauer kann dabei stark variieren, je nach Beschaffenheit des Materials und Geometrie des zu druckenden Elements. Normalerweise liegt sie, je nach Design, zwischen drei und zwölf Stunden.

        Dieses ?Zero Waste Lab“ war Teil von ?Print your City“ in Thessaloniki. THE NEW RAW und ein KUKA Roboter verwandelten Plastikmüll aus der Umgebung in Möbel und Designobjekte. Copyright: Stefanos Tsakiris

        Von kleinen Makeln und neuen Projekten

        Die Tatsache, dass in der Arbeit mit recyceltem Plastik durchaus kleine Fehler im Druck entstehen können, stellt das Team allerdings vor eine Herausforderung. Wenn das Material beispielsweise zu wenig Feuchtigkeit erhält oder der mechanische Druck für einen kurzen Moment im Produktionsprozess fällt, können Leerstellen oder andere Unregelmäßigkeiten im Endergebnis entstehen. „Wir müssen Designlösungen finden, die Makeln ein wenig Toleranz entgegenbringen. Doch unserer Meinung nach verleihen diese unseren Produkten sogar noch mehr Schönheit und Einzigartigkeit“, führt Foteini Setaki aus.

         

        Moderne Technologien rund um Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung unterstützen uns bei der Arbeit, machen Prozesse schlanker und erleichtern unseren Alltag – aber können sie auch zu mehr Nachhaltigkeit beitragen? Erfahren Sie in unserem dreiteiligen Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit alles, was Sie dazu wissen müssen.

        Hier schreibt:
        Ulrike G?tz
        Spokesperson Technology KUKA 

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